Mythen über den Bau von Erholungshäusern aus Holz

drewniane domki letniskowe fakty i mity
30. Januar 2020
Drewnolandia
Ratgeber

In Polen kursieren viele Mythen über die Holzrahmenbauweise. Meist handelt es sich dabei jedoch um wiederholte Denkfehler, die auf mangelndem Wissen über moderne Bautechnologien bei der Herstellung von Ferienhäusern beruhen. In diesem Artikel möchten wir mit den meisten davon aufräumen.

Erster Mythos – Holzrahmenkonstruktionen sind nicht stabil genug

Naturholz gilt als Konstruktionsmaterial gemeinhin als schwach und wenig belastbar sowie als anfällig für Risse, Verwindungen und vor allem Durchbiegungen. Deshalb war es früher nicht möglich, Gebäude aus Holz mit großen Spannweiten und offenen Räumen beliebig zu planen. Auch Stürze, zum Beispiel über großen Terrassenfenstern, stellten ein Problem dar. Dafür waren zusätzliche Verstärkungen aus Stahl oder Beton erforderlich. Zum Glück bietet die moderne Technologie inzwischen verleimte Bauteile aus Holz der Klassen BSH, LVL oder KVH. Dabei handelt es sich um zertifiziertes Konstruktionsholz für den Bau aller Arten von Holzhäusern, das die entsprechenden Festigkeitsnormen erfüllt und Stahl oder Beton erfolgreich ersetzen kann. Es hat zudem die richtige Feuchtigkeit, neigt nur wenig zu Rissen und Spalten und zeichnet sich gleichzeitig durch Maßhaltigkeit und eine ansprechende Optik aus.

Zweiter Mythos – Holzrahmenhäuser sind nicht feuerbeständig

Viele potenzielle Bauherren haben wegen der Brandgefahr Bedenken, ein Holzhaus zur individuellen Erholung zu kaufen. Um dieses Risiko zu minimieren, hobeln wir das Holz an allen vier Seiten und fasen die Kanten, sodass es der Ausbreitung von Feuer länger standhält als raues, ungehobeltes Holz. Bei einem Brand bildet sich um das Holz eine verkohlte Schicht, die den Kern vor dem vollständigen Verbrennen schützt. Dadurch behält es seine Festigkeit länger und ermöglicht eine sichere Evakuierung. Zusätzlich verwenden wir als Wärmedämmung nicht brennbare Mineralwolle, die das Ferienhaus zugleich an den Standard eines ganzjährig bewohnbaren Hauses anpasst.

Dritter Mythos – Holzhäuser sind nicht widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und biologische Einflüsse

Holz ist als natürlicher Werkstoff natürlich anfällig für Einflüsse wie Feuchtigkeit. Dank seiner Eigenschaften kann es diese jedoch nicht nur aufnehmen, wenn die Luftfeuchtigkeit steigt, sondern auch wieder abgeben, sobald sie sinkt. Dieser Vorgang läuft ganz natürlich und ohne Eingriffe ab, wobei die Grundsätze des modernen Holzrahmenbaus eingehalten werden. Bei der Innendämmung unserer Ferienhäuser schützen wir die Konstruktion mit einer Dampfsperrfolie, die verhindern soll, dass Feuchtigkeit in den Wandaufbau eindringt. Als äußere Schutzschicht verwenden wir bei unseren Holzhäusern eine Winddichtung, die das Wandinnere schützt und zugleich den Abtransport der dort entstandenen Feuchtigkeit ermöglicht.

Vierter Mythos – Holzhäuser zur Erholung sind nicht widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse (Naturgewalten)

Da Holzrahmenkonstruktionen leicht sind, hält sich die verbreitete Annahme, ein solches Holzhaus werde beim ersten stärkeren Sturm fortgerissen oder von Unwettern zerstört. Das stimmt ganz und gar nicht! Eine einzelne, nicht mit Fassadenbrettern verkleidete Wand mag leicht und instabil wirken. Sobald dieselbe Wand jedoch beidseitig verkleidet und mit den anderen Wänden, der Decke und dem Dach verbunden ist, bildet sie ein stabiles Ganzes, das äußeren Einflüssen standhält. Mit diesem Mythos, der uns von potenziellen Bauherren sehr häufig in Form einer Frage begegnet, haben wir uns ausführlicher in einem eigenen Artikel auseinandergesetzt: „Wird der Wind mein Holzhaus wegwehen?“.

Fünfter Mythos – ein Holzhaus lässt sich nach einer Überflutung nicht reparieren

Das ist sowohl bei einer Holzkonstruktion als auch bei einem Mauerwerksbau eine sehr ernste Angelegenheit. Die Reparatur kann zunächst drastisch wirken, denn wir müssen die Wand sowohl von außen als auch von innen öffnen, die feuchten Bestandteile – also die Mineralwolle und die Membran – austauschen und die Konstruktion trocknen. Nach diesem recht schnell durchzuführenden Eingriff erhalten wir jedoch wieder eine trockene, voll nutzbare Wand. Bei traditionellen Mauerwerkskonstruktionen ist dieser Prozess deutlich arbeits- und zeitaufwendiger, da Methoden wie Injektion oder Absorption angewendet werden müssen – und selbst diese garantieren keine 100%ige Wirksamkeit.

So viel zu den Mythen, mit denen jeder Ferienhaushersteller tagtäglich konfrontiert ist. Wenn Sie sich hingegen für Fakten rund um den Bau von Holzhäusern zur individuellen Erholung oder ganzjährig bewohnbaren Holzhäusern interessieren, laden wir Sie zum zweiten Teil des Artikels ein: „Fakten über den Bau von Erholungshäusern aus Holz“.