Feuerwiderstandsklassen und Brandverhalten von Holz

Odporność ogniowa
12. Februar 2020
Drewnolandia
Blog

Konstruktionsholz ist entgegen einer weitverbreiteten, aber falschen Annahme kein leicht entflammbares Material. Zudem hat es gegenüber vielen anderen Baustoffen einen Vorteil: Es isoliert Wärme und verhindert, dass sie sich auf andere Räume ausbreitet. Die genauen Eigenschaften werden durch die Feuerwiderstandsklasse bestimmt. Auch die Art der verwendeten Imprägniermittel spielt eine wichtige Rolle.

Holz wird aufgrund seiner Natürlichkeit, aber auch wegen seiner hohen Festigkeits- und Sicherheitswerte nicht nur in ganzjährig bewohnbaren Holzhäusern und Ferienhäusern, sondern auch in hohen und Hochhäusern als Baustoff eingesetzt. Deren Hauptkonstruktion (abgesehen natürlich von den Fundamenten) besteht aus Holzbauteilen. Beispiele dafür sind unter anderem das Stadthaus Murray Grove, ein 9-stöckiges Wohnhaus, das 2009 in London errichtet wurde, sowie ein 14-stöckiges Wohnhaus, das 2014 in Bergen gebaut wurde und für dessen Konstruktion Brettschichtholz und mehrschichtige CLT-Platten verwendet wurden. Die hohe Brennbarkeit von Bauholz ist daher als Mythos zu betrachten. Der präzise Kennwert zu ihrer Beurteilung ist der Feuerwiderstand.

Feuerwiderstand von Holz – worum geht es eigentlich?

Die Feuerwiderstandsklassen von Bauteilen – hier aus Holz – geben an, wie lange sie während eines Brandes bestimmte Funktionen erfüllen können. Die Tragfähigkeit im Brandfall wird mit dem Buchstaben „R“ und einer Zahl angegeben, z. B. 15 (die Zahl bezeichnet die Minuten, nach deren Ablauf die tragenden Bauteile ihre Funktion nicht mehr erfüllen). Wichtige Kennwerte sind außerdem der Raumabschluss „E“ (kein Durchtritt von Flammen und Gasen) und die Wärmedämmung „I“ (keine Wärmeübertragung). Anhand dieser Kennwerte wird die Feuerwiderstandsklasse des Gebäudes bestimmt. Die Feuerwiderstandsklasse wird meist von einem Architekten und einem Feuerwehrfachmann auf Grundlage der gesetzlichen Vorschriften festgelegt.

Feuerwiderstandsklasse des jeweiligen Gebäudes

Feuerwiderstandsklassen der einzelnen Gebäudeteile

Haupttragwerk

Dachkonstruktion

Decke

Außenwand

Innenwand

Dachdeckung

„A”

R 240

R 30

REI 120

EI 120

EI 60

RE 30

„B”

R 120

R 30

REI 60

EI 60

EI 30

RE 30

„C”

R 60

R 15

REI 60

EI 30

EI 15

RE 15

„D”

R 30

(-)

REI 30

EI 30

(-)

(-)

„E”

(-)

(-)

(-)

(-)

(-)

(-)

Vorteile von Holzkonstruktionen im Brandfall

Holz verhält sich im Brandfall vorhersehbar, was zweifellos ein Vorteil ist – anders als beispielsweise Stahl. Brettschichtholz ist widerstandsfähiger gegen Feuer: Es hat eine gleichmäßigere Form, weniger Risse und eine glattere Oberfläche. In der Praxis brennt Holz, wenn es sehr dünn ist und ausreichend Luft zugeführt wird. Dicke Balken brennen nicht gut, sondern verkohlen lediglich an der Oberfläche. Dadurch verliert das Feuer an Kraft, denn die Verkohlungsschicht erschwert seine Ausbreitung (sie begrenzt die Sauerstoffzufuhr ins Innere). Bei einem Brand behalten Holzbalken ihre Tragfähigkeit länger und bieten mehr Zeit für die Evakuierung (sogar bis zu einer Stunde) als Betonkonstruktionen. Außerdem leiten sie keine hohen Temperaturen in benachbarte Räume weiter. Die Brennbarkeit von Holz lässt sich durch geeignete Mittel deutlich verringern. Diese schützen das Holz nicht nur vor schädlichen Einflüssen (Feuchtigkeit, Pilzbefall), sondern machen es auch schwer entflammbar. So weisen beispielsweise Balken aus Vollholz mit einer Breite von mindestens 14 cm einen durchschnittlichen Feuerwiderstand von R30 auf. Polnische Hersteller bieten bereits deutlich weniger brennbare Bauelemente an, etwa Holzwände mit einem Feuerwiderstand von EI60, Flachdächer mit REI30 und Decken mit REI60.

Gebäude aus Hohlblocksteinen – nicht so sicher, wie es scheint

Hohlblocksteine, die häufig beim Bauen verwendet werden, sind nicht brennbar. Man könnte meinen, ein Haus aus Hohlblocksteinen sei vollkommen sicher und feuerbeständig. Leider ist das nicht der Fall – auch das ist ein Irrglaube. Solche Gebäude haben Schwachstellen: Dazu zählen Decken, die von einbetonierten Stahlbewehrungen getragen werden. Erhitzte Stahlstäbe können sich lösen, eine unmittelbare Gefahr darstellen und dabei ganze Konstruktionen zum Einsturz bringen. Bei einem Brand können Beton- und Stahlbetonwände schon nach 15 Minuten eine Temperatur von 600ºC erreichen. Das kann zum Schmelzen von Leitungen und zu Kurzschlüssen führen.

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