Ein Ferienhaus bietet die Chance, jederzeit aufs Land zu fahren und sich nach den eigenen Vorstellungen zu erholen. Bevor jedoch mit dem Bau begonnen wird, sollten Sie den örtlichen Bebauungsplan kennen und die Investition im Einklang mit dem geltenden Baurecht planen. Wie geht man dabei vor? Legen die Dokumente den Abstand des Ferienhauses zur Grenze des nächsten Baugrundstücks fest?
Ferienhausbau – warum sich das lohnt
Als Ferienhaus bezeichnet man meist Gebäude für saisonales Wohnen, also Objekte zur individuellen Erholung – in der Regel in den warmen Sommermonaten, wobei die Konstruktion auch für Besuche im Winter angepasst werden kann. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Ferienhaus aus Holz, das sich nicht nur harmonisch in die Umgebung einfügt, sondern auch komfortable Erholung im Einklang mit der Natur ermöglicht.
Die Fläche eines Ferienhauses überschreitet in der Regel nicht 35 m², da bis Ende 2021 Objekte dieser Größe ohne Baugenehmigung errichtet werden durften.
Inzwischen haben sich diese Vorschriften jedoch geändert, und für Objekte mit einer Fläche von bis zu 70 m² ist keine Baugenehmigung mehr erforderlich. Darüber werden sich sicherlich Menschen freuen, denen am Aufbau eines großen Ferienhauses für eine größere Familie gelegen ist.
Den Bau eines Ferienhauses planen meist Menschen, die von einem eigenen Ort zur Erholung träumen. Solche Objekte werden immer beliebter, was damit zusammenhängt, dass viele Menschen das ganze Jahr über vollständig von Arbeit und anderen Verpflichtungen beansprucht werden und sich in ihrer Freizeit lieber in den eigenen vier Wänden inmitten der Natur erholen. Ein Ferienhaus ist außerdem eine gute Wahl für Menschen, die gern spontan aus der Stadt aufs Land fahren.
Ein Hotelzimmer muss man mit entsprechendem Vorlauf reservieren, während man zum eigenen Ferienhaus zu jeder Tageszeit ohne Planung anreisen kann. Ebenso verhält es sich mit der Abreise. Auch für alle, die sich nicht an vorgegebene Regeln halten möchten, ist die Investition in eine solche Konstruktion eine hervorragende Lösung. Ein eigenes Grundstück und die zeitweise Erholung in einem Ferienhaus schenken vor allem Freiheit und sorgen für Ruhe, was gerade im Urlaub besonders wertvoll ist.
Was ist ein örtlicher Bebauungsplan?
Sobald wir uns für den Bau eines Ferienhauses entschieden haben, müssen wir überlegen, wie es aussehen soll und ob unser Projekt keine geltenden Vorschriften verletzt. Vor dem Errichten des Gebäudes sollte man sich mit dem örtlichen Bebauungsplan vertraut machen. Aus diesem Dokument erfahren wir die Bebauungsbedingungen für das jeweilige Grundstück und können prüfen, wie Projekte für Ferienhäuser aussehen sollten.
Dieses Dokument liefert außerdem Informationen zur Nutzung des Geländes in der Nähe der Investition. Man kann daraus ersehen, ob möglicherweise eine Straße gebaut wird und ob in Zukunft Geschäfte, Kindergärten oder andere Gebäude in der Umgebung entstehen. Häufig findet sich darin auch ein Bauverbot für ein bestimmtes Gebiet. Das kann besonders nützlich sein, wenn ein Ferienhaus von Menschen gebaut wird, die ihre Freizeit in einer ruhigen, stillen Gegend fernab des Stadttrubels und unter Wahrung ihrer Privatsphäre verbringen möchten – auch wenn sich das Grundstück in einem Gebiet mit geschlossener Bebauung befindet.
Nach der Kenntnis des örtlichen Bebauungsplans kann man mit der Planung beginnen, wie genau das Ferienhaus aussehen soll, das auf dem Grundstück errichtet werden soll.
Bleibt die Frage, wie groß der erforderliche Abstand des Ferienhauses zur Grundstücksgrenze ist. Genaue Informationen dazu finden Sie in der Verordnung des Ministers für Infrastruktur über die technischen Bedingungen, denen Gebäude und deren Lage entsprechen müssen. Danach ist zwischen der Grundstücksgrenze und dem Objekt folgender Abstand einzuhalten:
- 4 Meter, wenn das Gebäude mit einer Wand mit Fenster- und Türöffnungen zur Grenze zeigt,
- 3 Meter, wenn die Wand keine Fenster- und Türöffnungen aufweist.
Natürlich gibt es von dieser Regel Ausnahmen. Wenn Sie also ein Ferienhaus näher an der Grundstücksgrenze errichten möchten, sollten Sie im oben erwähnten örtlichen Bebauungsplan prüfen, ob solche Abweichungen zulässig sind. Falls ja, können Sie Ihre Konstruktion mit einem Abstand von 1,5 Metern zum Nachbarn aufstellen, vorausgesetzt, die dem Nachbarn zugewandte Gebäudewand hat keine Türen und Fenster.
Andernfalls ist eine besondere Genehmigung erforderlich. Außerdem ist ein Abstand von 1,5 Metern zur Grenze möglich, wenn die Grundstücksbreite 16 Meter nicht überschreitet und das Gebäude so zum Nachbargrundstück ausgerichtet wird, dass der Teil ohne Türen und Fenster zu ihm zeigt.
Eine Abweichung von den genannten Regeln ist auch möglich, wenn der Nachbar sein Ferienhaus direkt an der Grundstücksgrenze errichtet hat. In diesem Fall muss unser Ferienhaus mit seiner Wand an das Gebäude auf dem Nachbargrundstück angrenzen. Außerdem ist zu beachten, dass seine Länge und Höhe nicht größer sein dürfen als die des Nachbargebäudes. Der erforderliche Abstand zur Grundstücksgrenze fällt wahrscheinlich auch anders aus, wenn das Gebäude nahe am Wald errichtet werden soll. Zudem sollten Sie bedenken, dass Balkone oder Terrassen nicht im gleichen Abstand zur Grundstücksgrenze liegen müssen wie die Wände des Objekts.
Ausrichtung des Ferienhauses nach den Himmelsrichtungen
Wir wissen nun, welcher Abstand des Ferienhauses zur Grundstücksgrenze erforderlich ist. Woran sollten Sie noch denken, wenn Sie Ihr eigenes saisonales Objekt bauen? Vor Baubeginn sollten Sie außerdem berücksichtigen, wie die Konstruktion im Verhältnis zu den Himmelsrichtungen ausgerichtet werden soll. Der Wohnraum sollte idealerweise nach Westen oder Süden ausgerichtet sein. Dadurch fallen dort bis in die späten Abendstunden Sonnenstrahlen hinein. So lässt sich der Stromverbrauch senken und damit auch Geld sparen.
Das Schlafzimmer platziert man am besten auf der West- oder Ostseite – im zweiten Fall wecken die Sonnenstrahlen die Bewohner. Andere Räume, darunter die Küche, können sich auf den weniger besonnten Seiten befinden. So erwärmt sich der Ort, an dem die Mahlzeiten zubereitet werden, im Laufe des Tages nicht, was den Wohnkomfort verbessert.
Lage des Ferienhauses zur Straße
Achten Sie außerdem darauf, wie das Ferienhaus im Verhältnis zur Straße ausgerichtet werden soll. Die meisten Menschen planen die Anordnung der Konstruktion auf dem Grundstück so, dass die Zufahrt von Norden oder Osten erfolgt. So bleiben die sonnigsten Bereiche des Grundstücks den Erholenden erhalten, was ausgelassene Spiele und Entspannung im Sonnenlicht im Garten ermöglicht.
FAQ
Wie groß ist der Mindestabstand eines Ferienhauses zur Grundstücksgrenze?
Ferienhäuser sollten in einem Abstand von 3 Metern errichtet werden, wenn das Objekt mit einer Wand ohne Fenster und Türen zur Grenze des Nachbargrundstücks zeigt, und in einem Abstand von 4 Metern, wenn es sich um einen Gebäudeteil mit Türen und Fenstern handelt.
Muss der Bau eines Ferienhauses immer angemeldet werden?
Ja – der Bau eines Ferienhauses erfordert je nach Größe, Zweckbestimmung und Lage immer eine Anzeige oder eine Baugenehmigung. Objekte mit einer bebauten Fläche bis 70 m² können im Anzeigeverfahren errichtet werden, wenn es sich um eingeschossige Gebäude handelt, die ausschließlich für den eigenen Bedarf des Bauherrn bestimmt sind und nicht vermietet werden. Außerdem muss man das Recht haben, über das Grundstück für Bauzwecke zu verfügen, und weitere Bedingungen erfüllen, z. B. hinsichtlich der Bodenklasse.
Alle Ferienhäuser über 70 m² benötigen bereits eine Baugenehmigung. Wichtig ist außerdem, dass bei einer Anzeige der angegebene Termin unbedingt eingehalten werden muss – der Baubeginn ist im Antrag anzugeben und den zuständigen Stellen zu melden.
Worauf sollte man bei der Wahl des besten Standorts für ein Ferienhaus auf dem Grundstück achten?
Ferienhäuser erfordern die Einhaltung angemessener Abstände zur Grundstücksgrenze. Ebenso wichtig ist ein ausreichender Abstand zur Straße.



